Neuer Polizeiausweis schützt besser vor Trickbetrügern
| von Thomsen / Foerde.news
Sicherheit – Das Landespolizeiamt Schleswig-Holstein führt einen neuen, bundesweit einheitlichen Dienstausweis ein. Der Schritt vom bisherigen Papierdokument hin zum Ausweis im Scheckkartenformat ist dabei weit mehr als eine optische Veränderung.
Innenministerin Magdalena Finke erklärte am Donnerstag in Kiel:
„Mit dem neuen Dienstausweis erhält die Polizei ein einheitliches, modernes und fälschungssicheres Dokument. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich damit eindeutig ausweisen – und Bürgerinnen und Bürger können die Echtheit des Ausweises schnell und zuverlässig überprüfen. Das stärkt das Vertrauen in die polizeiliche Arbeit und ist ein wichtiger Baustein für eine bürgernahe Landespolizei Schleswig-Holstein.“
Finke übergab die ersten neuen Ausweise an Angehörige der Schutzpolizei, Kriminalpolizei, Wasserschutzpolizei sowie an Verwaltungsbeamtinnen und -beamte und Tarifbeschäftigte.
Schleswig-Holstein ist eines von inzwischen zehn Bundesländern, die den neuen Polizeidienstausweis eingeführt haben. Im Rahmen einer länderübergreifenden Kooperation wurde ein gemeinsames Grunddesign entwickelt. Auf der Vorderseite machen die integrierten Landeswappen und Polizeisterne das jeweils zuständige Bundesland auf einen Blick erkennbar.
„Die Polizistinnen und Polizisten in Schleswig-Holstein können sich mit dem neuen Ausweis klar ausweisen und stärken so auch das Vertrauen in der Bevölkerung“, betonte Daniel Wiebe, Projektverantwortlicher für die Einführung des neuen Ausweises. „Der neue Dienstausweis ist zugleich ein deutliches Signal gegen Betrüger, die sich als falsche Polizeibeamte ausgeben und vor allem ältere Menschen um ihre Ersparnisse bringen. Die echte Polizei ist über den Notruf 110 erreichbar, ansprechbar bei Zweifeln und Sorgen – und ab jetzt auch eindeutig daran erkennbar, dass nur echte Polizeibeschäftigte diesen Dienstausweis vorzeigen können.“
Der neue Ausweis verfügt über mehrere kombinierte Sicherheitsmerkmale, die leicht überprüft werden können. Auf der Vorderseite ist der Polizeistern als Hologramm aufgebracht, es gibt fühlbare Erhebungen und das Foto der Inhaberin oder des Inhabers ist als Kippbild gestaltet. Auf der Rückseite ist der Schriftzug „110“ in optisch variabler Tinte gedruckt. Zusätzlich ist das Wort „Polizei“ in Brailleschrift eingeprägt und erleichtert damit sehbehinderten Menschen die Erkennung.
„Die neuen Dienstausweise werden das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger weiter stärken. Für die Beschäftigten der Landespolizei bedeuten sie zudem einen wichtigen Schritt hin zu einer modernen, digitalen Verwaltung mit großem Zukunftspotenzial“, sagte Landespolizeidirektorin Dr. Maren Freyher.
In den Dienstausweisen ist ein Funk-Chip integriert, der künftig für verschiedene Anwendungen genutzt werden soll. Geplant ist unter anderem, über den Chip Zugangsberechtigungen für Gebäude zu steuern, Logins an technischen Geräten zu ermöglichen und Berechtigungen für Zeiterfassungssysteme oder polizeiliche Informationssysteme zu übertragen.
Ab sofort werden nach und nach alle rund 9.700 Angehörigen der Landespolizei Schleswig-Holstein mit den neuen Ausweisen ausgestattet. Die Umstellungsphase soll bis zum 1. März abgeschlossen sein; im Anschluss werden die alten Ausweise außer Gebrauch genommen.