Schwerer Unfall auf der B200: Sechs Verletzte - PKW überschlagen
| von Thomsen / Foerde.news
Harrislee – Am frühen Freitagabend gegen 17:30 Uhr ereignete sich auf der B200 in der Nähe der dänischen Grenze ein schwerer Verkehrsunfall mit insgesamt acht beteiligten Personen. Nach ersten Erkenntnissen war eine dänische Fahrerin mit einem Toyota-Hybrid auf der Alten Zollstraße unterwegs. Anstatt dieser zu folgen und in Richtung Niehuus beziehungsweise Wassersleben abzubiegen, fuhr sie jedoch geradeaus weiter und gelangte so versehentlich als Geisterfahrerin auf die B200 in Fahrtrichtung Dänemark.
Etwa 500 bis 600 Meter später erkannte die Frau offenbar ihren Irrtum, lenkte ihr Fahrzeug an die rechte Leitplanke der Überholspur und hielt dort, entgegen der Fahrtrichtung, mit eingeschaltetem Warnblinklicht an. Ein aus Richtung Dänemark kommender, ebenfalls in Dänemark zugelassener VW Tiguan, besetzt mit vier Personen, bemerkte das stehende Fahrzeug zu spät und kollidierte frontal mit der Fahrerseite des Toyotas.
Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Vorderrad des VW Tiguan abgerissen, das Fahrzeug geriet ins Schleudern. Ein nachfolgender Volvo XC90, in dem sich auch ein Kind befand, prallte dem Tiguan ins Heck, woraufhin sich dieser überschlug. Ob der Tiguan bereits durch die erste Kollision instabil wurde oder erst durch den Folgeaufprall ins Schleudern geriet, ist derzeit noch unklar und Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
Die Trümmerteile und Fahrzeugwracks verteilten sich über eine Strecke von rund 200 Metern.
Ersthelfer reagierten sofort, hielten an und leisteten den Verletzten Erste Hilfe. Wie der Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Harrislee, Tim Borchert, bestätigte, waren insgesamt acht Personen in den Unfall verwickelt. Sechs von ihnen wurden mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht – darunter zwei Schwerverletzte und vier Leichtverletzte. Glücklicherweise konnten alle Beteiligten ihre Fahrzeuge selbstständig verlassen, sodass sich die Feuerwehren aus Harrislee, Niehuus und Kupfermühle auf die Absicherung der Unfallstelle und die Bergung konzentrieren konnten. Zusätzlich wurde die Berufsfeuerwehr Flensburg zur Unterstützung mit alarmiert.
Durch den Unfall kam es in Fahrtrichtung Dänemark zu einem erheblichen Rückstau. Nach etwa einer Stunde gestattete die Polizei den im Stau stehenden Fahrzeugen das Wenden, um kontrolliert entgegen der Fahrtrichtung bis zur nächsten Ausfahrt am Hotel des Nordens zu fahren. Auch ein Bus der AktivBus, der im Stau stand, musste rückwärts rangieren und über die Alte Zollstraße umkehren, um seine Fahrt fortzusetzen.
Die B200 wurde auf Höhe des Hotels des Nordens in Richtung Süden für mehrere Stunden vollständig gesperrt. Die Bergung der Fahrzeuge sowie die Reinigung der Fahrbahn dauerten rund 20 Uhr an. Der Volvo XC90 konnte aus eigener Kraft eine Seitenstraße ansteuern; der Fahrer blieb unverletzt.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Unklar ist bislang, wie es genau zur Falschfahrt der Toyota-Fahrerin kommen konnte.
Während der Unfallaufnahme streuten Einsatzkräfte ausgelaufene Betriebsstoffe ab und beseitigten Trümmerteile, um eine Gefährdung für Umwelt und Verkehr zu verhindern. Nach Abschluss aller Maßnahmen wurde die Fahrbahn wieder freigegeben.
