Energiepreise, Steuern, Rente: Das ändert sich 2026
| von Thomsen / Foerde.news
Nachrichten – Zum Jahreswechsel 2025/26 treten in Deutschland zahlreiche gesetzliche Neuerungen in Kraft, die Verkehr, Energiepreise, Steuern, Sozialabgaben sowie Verbraucherrechte betreffen. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
Mobilität und Energie
Das bundesweite Deutschlandticket wird teurer: Der Preis steigt von bislang 58 Euro auf 63 Euro im Monat.
Beim Klimaschutz greift ein neuer Mechanismus: Der Preis pro Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger wird 2026 erstmals vollständig durch die Versteigerung von Emissionszertifikaten bestimmt. Dies könnte dazu führen, dass die Kraftstoffpreise an den Tankstellen um mehrere Cent pro Liter steigen.
Bei den Strompreisen ändern sich die Netzentgelte. Die Gebühren, die Stromkundinnen und -kunden für die Nutzung der Netze zahlen, sinken in den meisten Regionen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur machen die Netzentgelte rund ein Drittel des Strompreises aus.
Für die Gasnetze hingegen steigen die Gebühren spürbar. Hintergrund ist der absehbare Rückgang der Zahl der Gaskunden im Zuge der Energiewende, wodurch sich die Fixkosten auf weniger Schultern verteilen.
Steuern, Abgaben und Entlastungen
Für Berufstätige erhöht sich die Pendlerpauschale: Künftig gelten einheitlich 38 Cent pro Kilometer einfacher Wegstrecke. Bislang wurden für die ersten 20 Kilometer lediglich 30 Cent pro Kilometer anerkannt, für längere Strecken mehr.
In der Gastronomie gilt für Speisen in Restaurants und Cafés wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Ökonomen kritisieren diese Maßnahme als teures Wahlgeschenk der schwarz-roten Koalition.
Der steuerfreie Grundfreibetrag beim Einkommen steigt leicht an. Gleichzeitig wird die Mindesteinkommensgrenze für den Solidaritätszuschlag angehoben, sodass weniger Steuerzahlerinnen und Steuerzahler den Zuschlag zahlen müssen.
Die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen steigen deutlich. Durch die Anhebung dieser Grenzbeträge zahlen insbesondere Gutverdienende höhere Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung.
Familienleistungen
Familien erhalten 2026 mehr Geld: Das Kindergeld steigt auf 259 Euro pro Monat und Kind. Auch der Kinderfreibetrag pro Kind und Elternteil wird angehoben. Zudem steigt der Kinder-Sofortzuschlag für Beziehende von Bürgergeld, um Kinder aus einkommensschwachen Haushalten stärker zu unterstützen.
Digitalisierung der Steuer und Arbeiten im Alter
Wer seine Steuererklärung digital übermittelt, erhält künftig grundsätzlich auch den Steuerbescheid in elektronischer Form – es sei denn, die betroffene Person fordert ausdrücklich einen Papierbescheid an.
Mit der sogenannten Aktivrente können sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Rentenalter künftig bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Die Bundesregierung will damit Anreize schaffen, länger über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus erwerbstätig zu bleiben.
Krankenversicherung und Kfz-Versicherung
Für viele privat Krankenversicherte werden die Beiträge 2026 spürbar steigen. Hintergrund sind unter anderem höhere Leistungsausgaben und steigende medizinische Kosten.
Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfte der Zusatzbeitrag entgegen früheren Zusicherungen der Bundesregierung erneut anziehen.
Bei den Kfz-Versicherungen rechnen Experten ebenfalls mit weiter steigenden Prämien für Auto- und Motorradversicherungen. Gründe sind vor allem die gestiegenen Kosten für Reparaturen und Ersatzteile.
Rente und Soziale Sicherung
Rentnerinnen und Rentner können ab Juli 2026 mit einer Rentenanpassung nach oben rechnen. Über die genaue Höhe der Erhöhung wird jedoch erst im Frühjahr entschieden, wenn alle Daten zur Lohnentwicklung des Vorjahres vorliegen.
Verbraucherschutz und digitale Angebote
Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig Online-Verträge einfacher widerrufen können: Verträge, die im Internet abgeschlossen wurden, müssen künftig mit einem klar erkennbaren Button oder einer ebenso leicht auffindbaren Funktion digital kündbar oder widerrufbar sein. Eine entsprechende EU-Richtlinie tritt Mitte Juni in Kraft.
Mit künstlicher Intelligenz erzeugte Inhalte – etwa Texte, Bilder, Audioangebote und Videos – müssen künftig als solche klar erkennbar sein. Bis August 2026 soll die Bundesregierung entsprechende Vorgaben in deutsches Recht umgesetzt haben.
Landwirtschaft, Tierwohl und Recycling
Eine letzte Ausnahme vom Verbot der Käfighaltung von Legehennen läuft aus. Damit endet die Käfighaltung in Deutschland endgültig – allerdings dürfen Eier aus Käfighaltung weiterhin aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt werden.
Zudem soll es für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher werden, Elektrogeräte ordnungsgemäß zu entsorgen. Bis zur Jahresmitte müssen Geschäfte nach Gesetzgebung Sammelstellen mit einem einheitlichen Logo einrichten, an denen ausgediente Elektrogeräte kostenlos abgegeben werden können.