Modernisierung der Infrastruktur in Flensburg: Fernwärme-, Strom- und Wasserleitungen werden umfassend saniert
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – In Flensburg wird derzeit an vielen Stellen gebuddelt – eine Baustelle zu finden, ist nicht schwer, denn sie scheint an fast jeder Ecke aufzutauchen. Doch warum wird aktuell so viel und so lange unter der Erde gegraben und gearbeitet?
Pressesprecher Peer Holdensen von den Stadtwerken Flensburg erklärt, dass die Stadt vor einer der umfangreichsten Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen Jahre steht. Gemeinsam mit dem Technischen Betriebszentrum (TBZ) setzen die Stadtwerke zahlreiche Sanierungsprojekte in den Bereichen Fernwärme, Strom und Wasser um. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit dauerhaft auf hohem Niveau zu halten und gleichzeitig zentrale Maßnahmen zur Erreichung der städtischen Klimaziele umzusetzen.
Sanierungen mit Blick auf Versorgungssicherheit und Klimaneutralität

Wie auf dem Bild zu erkennen ist, kam es im Mai in der Knuthstraße zu einem Rohrbruch einer Fernwärmeleitung – Ursache war das fortgeschrittene Alter der Leitung
Ein Teil des Leitungsnetzes hat inzwischen ein Alter erreicht, das einen vorsorglichen Austausch erforderlich macht. „Wir wollen einerseits die hohe Versorgungssicherheit aufrechterhalten, andererseits ungeplante Störungen vermeiden – besonders in der Heizperiode“, erklärt Peer Holdensen, Sprecher der Stadtwerke Flensburg. Auch bei Leitungen, die bereits Auffälligkeiten zeigen, wird präventiv eingegriffen.
Darüber hinaus spielt die klimaneutrale Transformation des Energiesystems eine zentrale Rolle. Durch den Einsatz neuer Großwärmepumpen, die mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten, ist der Austausch bestehender Fernwärmeleitungen durch Leitungen mit größeren Durchmessern notwendig. „Nur so können wir auch künftig ausreichend heißes Wasser in alle Haushalte transportieren“, so Holdensen weiter. Dieser Schritt sei wesentlich für die Versorgungssicherheit bei gleichzeitig reduzierter CO₂-Bilanz.
Bauprojekte mit Weitblick
Die geplanten Sanierungen erfolgen eng abgestimmt mit den Bauprojekten des TBZ, um Synergien zu nutzen und doppelte Baustellen zu vermeiden – auch wenn das zu komplexeren und teilweise längeren Bauphasen führt.
So begann etwa am 16. Juni 2025 der erste Bauabschnitt in der Bauer Landstraße und Am Katharinenhof. Dort werden die Fernwärmeleitungen in den Jahren 2025 und 2026 jeweils von Mai bis einschließlich September – also außerhalb der Heizsaison – erneuert. Parallel saniert das TBZ die Abwasserkanäle, zudem wird die Straße neu gestaltet. Der Abschluss des Projekts ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
In der Friesischen Straße, zwischen Katharinenstraße und Nikolaiallee, starten die Bauarbeiten am 11. August 2025. Die Fertigstellung ist bis Ende des Jahres geplant.
Auch in der Glücksburger Straße, zwischen Adelbyer Kirchenweg und Richard-Wagner-Straße, verläuft das Projekt nach Plan. Die Straße soll wie vorgesehen am 31. Oktober 2025 wieder freigegeben werden.
In der Selckstraße, zwischen Nordergraben und Reepschlägerbahn, halten die Stadtwerke trotz Verzögerungen durch einen Rohrbruch in der benachbarten Knuthstraße, wo mehrere Millionen Liter des grüngefärbte Fernwärmewasser im Mai die Straßen überschwemmten, am ursprünglichen Zeitplan fest. Die Bauarbeiten sollen im Zeitraum vom 7. April bis 30. November 2025 abgeschlossen werden.
Ein besonders aufwändiges Projekt steht in der Mürwiker Straße bevor: Hier ist im Frühjahr 2026 eine umfangreiche Sanierung der Fernwärmeleitungen geplant. Um die Bauzeit zu verkürzen und die umliegenden Bäume zu schonen, ist statt einer Einbahnstraßenregelung eine Vollsperrung vorgesehen. Die eigentlichen Arbeiten sollen von April bis Ende September 2026 stattfinden, vorbereitende Tiefbauarbeiten bereits im März. Im Anschluss wird das TBZ eine neue Oberfläche für die städtisch geplante Umgestaltung der Straße schaffen.
Ein Blick nach vorn
Die Stadtwerke Flensburg und das TBZ investieren mit diesen Maßnahmen nicht nur in die Infrastruktur von heute, sondern auch in die energetische Zukunft der Stadt. Peer Holdensen betont: „Auch wenn viele Maßnahmen für Bürgerinnen und Bürger auf den ersten Blick nicht sichtbar sind – sie sind entscheidend für ein modernes, nachhaltiges Flensburg.“
