Neue Mülldetektive gesucht: TBZ will illegale Sperrmüll-Ablagerungen stoppen
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Alte Sofas am Straßenrand, Matratzen auf dem Gehweg, kaputte Fernseher zwischen den Häusern: In einigen Quartieren der Fördestadt gehören wilde Sperrmüllhaufen inzwischen zum gewohnten Straßenbild. Was viele Anwohner seit Jahren verärgert, soll nun konsequenter angegangen werden. Das Technische Betriebszentrum Flensburg (TBZ) baut dafür eine neue Einheit auf: Drei sogenannte „Waste Watcher“ sollen künftig im Stadtgebiet unterwegs sein und für mehr Sauberkeit sorgen.
Neue Einheit für Sauberkeit im öffentlichen Raum
Die neu geschaffenen Stellen sind unbefristet, in Vollzeit vorgesehen und nach Entgeltgruppe 5 TVöD eingruppiert. Die „Waste Watcher“ – in anderen Kommunen oft als Mülldetektive bezeichnet – sollen nach TBZ-Angaben vor allem eines leisten: Den öffentlichen Raum vor Verschmutzung schützen und dafür sorgen, dass Abfälle korrekt entsorgt oder gar nicht erst achtlos weggeworfen werden.
Die Mitarbeiter werden im Schichtdienst, auch an Wochenenden und Feiertagen, mit Auto oder Fahrrad im Stadtgebiet unterwegs sein. Sie sollen illegale Sperrmüll-Ablagerungen sichten, dokumentieren und mögliche Verursacher ermitteln – im Idealfall direkt „in flagranti“.
Mehr als nur Sperrmüll-Kontrolle
Die Aufgaben gehen jedoch deutlich über das bloße Durchforsten von Müllbergen hinaus. Die Waste Watcher sollen Bürgerinnen und Bürger ansprechen, die Zigarettenkippen auf den Boden werfen oder Hundekot liegen lassen. Im Winter überprüfen sie zudem, ob Hauseigentümer ihrer Räum- und Streupflicht nachkommen.
Auch die Kontrolle der Mülltrennung gehört zum Profil: Die Beschäftigten dürfen Abfallbehälter – insbesondere Biotonnen – in Augenschein nehmen, um zu prüfen, ob der Inhalt den Vorgaben entspricht. Ziel sei es, Verschmutzungen schneller zu erkennen, Menschen direkt anzusprechen und so präventiv auf ein saubereres Stadtbild hinzuwirken, heißt es vom TBZ.
Beratung statt nur Bußgelder
Die neuen Kräfte sollen Ordnungswidrigkeiten-Verfahren einleiten können, zugleich aber bewusst nicht nur als „Strafende“, sondern auch als Ansprechpartner auftreten. Geplant ist, dass sie Bürger informieren und beraten – etwa darüber, dass private Haushalte Sperrmüll kostenlos regulär anmelden können. Allerdings müssen die Flensburgerinnen und Flensburger dabei derzeit mit Wartezeiten von mehr als einem Monat rechnen.
Nach Angaben aus dem Rathaus konnten im vergangenen Jahr 24 Fälle illegaler Müllentsorgung aufgeklärt werden. Je nach Umfang und Art des Abfalls reichen die Bußgelder von 50 Euro bis in den vierstelligen Bereich.
Unklar ist weiterhin, in welchem Umfang gewerbliche Entrümpler zur Vermüllung beitragen. Anders als Privatleute müssen sie für die Entsorgung auf dem Recyclinghof zahlen – konkrete Zahlen, wie oft sie illegal abladen, liegen der Stadt derzeit nicht vor.
Ein Problem, das viele Städte kennen
Flensburg steht mit dem Kampf gegen wilden Sperrmüll nicht allein da. Auch andere Städte in Schleswig-Holstein und bundesweit melden ähnliche Probleme: Berge von ausrangierten Möbeln und Hausrat, die wochenlang im öffentlichen Raum liegen, bevor Entsorgungsteams anrücken – und kurze Zeit später entsteht an gleicher Stelle neuer Müll.
Mit dem Einsatz der Waste Watcher folgt das TBZ einem Ansatz, den andere Kommunen bereits erproben: mehr Präsenz auf der Straße, direkte Ansprache der Bürger und konsequentere Verfolgung von Verstößen.
Gesucht: Durchsetzungsfähig, kommunikativ und gern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs
Im Kundenzentrum des TBZ – werden rund 23.000 Flensburger Kundinnen und Kunden in den Bereichen Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Entwässerung betreut – werden Bewerberinnen und Bewerber mit abgeschlossener Berufsausbildung und Grundkenntnissen im Verwaltungshandeln gesucht.
Die Waste Watcher sollen eng mit dem Kommunalen Ordnungsdienst und der Unteren Abfallbehörde zusammenarbeiten und Fälle aus dem städtischen Mängelmelder übernehmen. Dazu gehört jeweils eine sorgfältige Dokumentation der Sachverhalte.
Attraktive Rahmenbedingungen und Frist bis Jahresende
Neben der Bezahlung nach Tarif wirbt das TBZ mit zusätzlichen Leistungen wie Jahressonderzahlung, betrieblicher Altersvorsorge, Jobticket, Unterstützungskasse, Fahrradleasing, einem umfangreichen Gesundheitsmanagement sowie einem sicheren Arbeitsplatz in einem kollegialen Umfeld.
Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen können bis zum 31. Dezember 2025 über das Bewerbungsportal des TBZ unterTBZ-Flensburg.de eingereicht werden.
Für Rückfragen steht nach TBZ-Angaben Frau Förster unter der Telefonnummer 0461 / 85 81 02 zur Verfügung. Zuständig im Bereich Personalwesen ist das Technische Betriebszentrum AöR,
1.4 Personalwesen, z. Hd. Frau Daniela Ossowski, Schleswiger Straße 76, 24941 Flensburg.
Wer also gern draußen ist, Konfliktsituationen nicht scheut und gleichzeitig etwas für ein saubereres Stadtbild tun möchte, findet in der neuen Rolle als Waste Watcher einen ungewöhnlichen, aber gesellschaftlich relevanten Job
