Polizeischüsse in Wassersleben: Prozess gegen 23-Jährigen in Flensburg begonnen
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Vor dem Amtsgericht Flensburg hat heute vor der Strafrichterin ein Strafverfahren gegen einen 23-jährigen Angeklagten begonnen. Dem Mann werden mehrere Straftaten zur Last gelegt, unter anderem Beleidigungen, Bedrohungen, Nachstellungen sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfährt das Verfahren, weil der Angeklagte im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz am 19. Juli 2025 von einem Polizeibeamten angeschossen worden war. Über diesen Vorfall war bereits in den Medien berichtet worden. Nach der Anklage soll der 23-Jährige an diesem Tag unberechtigt ein Pedelec entwendet und damit gefahren sein. Ein alarmierter Polizeibeamter habe den Mann schließlich auf dem Gelände der Kobbermölle Skole in Harrislee gestellt und dabei ein Küchenmesser in dessen Hand bemerkt. Der Beamte habe daraufhin seine Dienstwaffe gezogen und den Angeklagten mehrfach aufgefordert, das Messer fallen zu lassen.
Stattdessen soll der Angeklagte das Messer weiter festgehalten und zusätzlich eine Schreckschusswaffe gezogen haben, die der Polizeibeamte für eine echte Schusswaffe gehalten habe. Aus Furcht, der Angeklagte könne einen möglicherweise tödlichen Schuss auf ihn abgeben, habe der Beamte nach Darstellung der Anklage zweimal auf den Mann geschossen. Der 23-Jährige sei dabei im Bereich der linken Körperflanke sowie des rechten Schulterblattes getroffen worden.
Nach dem heutigen Auftakt wird die Hauptverhandlung am 3., 8., 10., 15. und 17. Dezember jeweils um 9.30 Uhr fortgesetzt. Zeugen zu dem Vorfall, bei dem es zum Schusswaffeneinsatz des Polizeibeamten gekommen sein soll, sollen voraussichtlich am Mittag des 8. Dezember vernommen werden.
